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    Mehrwert durch medizinische Anwendungen

    Digitale Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) sollen dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung der gesetzlich versicherten Patienten zu optimieren. Für die Behandlung benötigte medizinische Informationen werden schneller und lückenloser verfügbar sein für Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser. Nach dem Versichertenstammdatenmanagement zum Online-Abgleich der Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte folgen im Jahresverlauf erste medizinische Anwendungen. Von diesen Funktionen profitieren die Patienten ebenso wie die medizinischen Einrichtungen.

    Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

    Die Telematikinfrastruktur startete mit dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) als erste Anwendung. Dabei werden in der Zahnarztpraxis die Versichertendaten wie Name, Adresse oder Versicherungsstatus auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) online überprüft und bei Bedarf aktualisiert.

    Die Datenprüfung läuft wie folgt ab: Die eGK wird wie üblich bei jedem ersten Zahnarzt-Patienten-Kontakt im Quartal über das Kartenterminal eingelesen. Dabei werden die auf der Karte gespeicherten Versichertendaten mit den bei den Krankenkassen hinterlegten Daten abgeglichen. Hat die Krankenkasse andere Daten in ihrem System gespeichert, werden diese direkt auf die eGK übertragen und in das Praxisverwaltungssystem übernommen. Die Praxis selbst kann keine Daten auf der Karte ändern, wenn der Patient zum Beispiel bei der Anmeldung eine neue Anschrift nennt.

    Die Patienten müssen Änderungen ihrer Versichertendaten ihrer Krankenkasse melden. Ungültige sowie gestohlen gemeldete Karten können bei der Online-Prüfung der Karte auch direkt gesperrt werden.

    Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

    KIM (ehemals KOM-LE) ist die Kurzform der TI-Anwendung "Kommunikation im Medizinwesen". Der Dienst wurde für einen vertraulichen, (fälschungs)sicheren und schnellen Austausch von sensiblen medizinischen Informationen wie Befunde, Arztbriefe, Röntgenbilder oder Abrechnungen konzipiert. KIM ermöglicht den einrichtungs- und sektorenübergreifenden Austausch von elektronisch signierten Daten per E-Mail. Dabei werden die Daten vom Absender zum Empfänger "Ende-zu-Ende" verschlüsselt. KIM können alle Akteure nutzen, die an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind, zum Beispiel Zahnarzt- und Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser, aber auch Organisationen wie Kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen, Krankenhausgesellschaften oder Krankenkassen.

    Damit KIM zum Einsatz kommt, benötigen medizinische Einrichtungen einen E-Health-Konnektor. Bevor dieser Konnektor bzw. ein Update für bereits ausgelieferte Konnektoren flächendeckend zur Verfügung steht, wird zunächst in einem Feldtest untersucht, ob das Gerät und die Anwendung KIM störungsfrei im Praxisalltag funktionieren. Neben KIM wird im Feldtest die qualifizierte elektronische Signatur (QES) über den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) oder den Praxisausweis (SMC-B) sowie die Anmeldung an die (Abrechnungs-)Portale der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen untersucht. Über den flächendeckenden Start von KIM und die in den Zahnarztpraxen zu treffenden Maßnahmen informieren wir rechtzeitig.

    Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat im Vorgriff auf die Einführung von KIM einen Leitfaden entwickelt. Darin finden Zahnarztpraxen Informationen, wie KIM beispielsweise bei dem Austausch von Daten, Dokumenten oder bei der Abrechnung unterstützen kann. Außerdem werden sie mit den Vorteilen vertraut gemacht, die sich durch den Einsatz von KIM für die Praxis und die Patienten ergeben.

    Elektronischer Medikationsplan (eMP)

    Eine der ersten medizinischen TI-Anwedungen wird der elektronische Medikationsplan (eMP) sein. Patienten können künftig freiwillig entscheiden, ob sie Informationen zur medikamentösen Behandlung auf ihrer Gesundheitskarte speichern möchten. Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker erhalten dadurch auf einen Blick alle notwendigen Angaben zu den Medikamenten, die ein Patient einnimmt, sodass sie bei der Verordnung bzw. Abgabe unerwünschte Wechsel- oder Nebenwirkungen von Arzneimitteln berücksichtigen können. Mediziner und Apotheker dürfen nur dann den eMP lesen, wenn der Patienten sein Einverständnis gibt. Sie sind es auch, die auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten den Mediaktionsplan befüllen.

    Der elektronische Medikationsplan ist nützlich, wenn

    • neue Arzneimittel verordnet werden,
    • in der Apotheke rezeptfreie Arzneimittel gekauft werden (Selbstmedikation),
    • Informationen für die Ausstellung eines Wiederholungsrezepts benötigt werden,
    • sich Einnahmezeitpunkt oder Dosis eines Arzneimittels ändern,
    • die Anwendung eines Arzneimittels ausgesetzt wird,
    • die Einnahme mehrerer Arzneimittel aufeinander abgestimmt werden muss bzw. wenn bei der Arzneimitteltherapie Allergien oder Unverträglichkeiten zu beachten sind,
    • Nebenwirkungen auftreten,
    • sich Handelsnamen von Arzneimittel ändern.

    Zu den Daten des eMP gehören:

    • Patientenstammdaten wie Name, Adresse und Geburtsdatum,
    • medikationsrelevante Daten wie Allergien und Unverträglichkeiten,
    • Angaben zur Medikation, das heißt alle Arzneimittel, die ein Patient einnimmt, und Informationen zur Anwendung (Dosis, Zeitpunkt, Häufigkeit etc.). Dies umfasst sowohl die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Medikamente als auch Arzneimittel, die rezeptfrei in der Apotheke erworben wurden. Zusätzlich sind Arzneimittel aufgeführt, die aktuell nicht mehr eingenommen werden, die jedoch für den Arzt Zahnarzt oder Apotheker zur Überprüfung der Sicherheit der Arzneimitteltherapie relevant sein können.

    Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat im Vorgriff auf die Einführung des elektronischen Medikationsplans einen Leitfaden entwickelt. Er soll als praktische Anleitung für die Handhabung des eMP in der Zahnarztpraxis dienen. Die Einführung des eMP ist für die zweite Jahreshälfte 2020 geplant. Wir informieren Sie rechtzeitig über Details.

    Notfalldatenmanagement (NFDM)

    Das "Notfalldatenmanagement" (NFDM) ist eine weitere medizinische TI-Anwendung, die in der zweiten Jahreshälfte 2020 eingeführt werden soll. Durch die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) hinterlegten Daten sollen Ärzten, Zahnärzten oder auch Notfallsanitätern im Notfall - und unter bestimmten Voraussetzungen auch in regulären Behandlungssituationen - als Informationsquelle und Entscheidungshilfe dienen, indem sie schnell einen Überblick zu Vorerkrankungen, Medikation und möglichen medizinischen Zusammenhängen geben. Das NFDM ist eine freiwillige TI-Funktion, das heißt wichtige medizinische Notfalldaten werden von Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäusern nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten auf der eGK erfasst. Einzig Ärzte, Zahnärzte und deren Mitarbeiter sowie Angehörige bestimmter anderer Heilberufe wie Notfallsanitäter dürfen die Notfalldaten lesen – im Ernstfall auch ohne Einverständnis des Patienten, wenn er etwa bewusstlos ist.

    Im Notfalldatensatz können folgende Informationen gespeichert werden:

    • chronische Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes, koronare Herzkrankheit) und wichtige frühere Operationen (zum Beispiel Organtransplantation)
    • regelmäßig eingenommene Medikamente (besonders, wenn sie vom Arzt verordnet werden),
    • Allergien und Unverträglichkeiten (besonders Arzneimittelallergien mit bekannter schwerer allergischer Reaktion),
    • weitere wichtige medizinische Hinweise (zum Beispiel Schwangerschaft oder Implantate) und
    • ergänzend Kontaktdaten von Angehörigen, die im Notfall benachrichtigt werden sollen, und von behandelnden Ärzten (zum Beispiel dem Hausarzt) und Zahnärzten.

    Zum NFDM gehört außerdem der Datensatz "Persönliche Erklärungen", der in der zahnärztlichen Versorgung allerdings keine Rolle spielt und auf den Zahnärzte daher auch keinen Zugriff haben werden. Dort können ein Organspendeausweis, eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht hinterlegt werden.

    Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat im Vorgriff auf die Einführung des NFDM einen Leitfaden entwickelt. Er richtet sich an Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie das zahnmedizinische Fachpersonal in der zahnärztlichen Praxis. Der Leitfaden beschreibt die Prozesse des NFDM, zum Beispiel das Ausfüllen des Notfalldatensatzes, die Nutzung im Notfall und in regulären Behandlungssituationen, die Aktualisierung und Löschung von Daten oder die Rechte der Patientinnen und Patienten. Wir informieren Sie rechtzeitig über Details der Einführung des NFDM.

    Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

    Über die Telematikinfrastruktur (TI) wird künftig auch die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (AU) laufen. Aufgrund der Vielzahl der Beteiligten am AU-Verfahren (Ärzte/Zahnärzte, Krankenkassen, Arbeitgeber) wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ab dem 1. Oktober 2021 schrittweise eingeführt.

    1. Oktober 2021: elektronischer Versand an die Krankenkassen
    Ab Herbst sind die Arzt- und Zahnarztpraxen verpflichtet, die AU-Daten ihre Patientinnen und Patienten an die Krankenkassen in digitaler Form weiterzuleiten. Die Übermittlung erfolgt über die TI mithilfe des Dienstes für Kommunikation im Medizinwesen (KIM). Die Patienten bekommen übergangsweise weiterhin einen Papierausdruck für sich und zur Weitergabe an ihren Arbeitgeber. Praxen, die zum 1. Oktober 2021 noch nicht über alle notwendigen technischen Voraussetzungen zur digitalen Übermittlung einer Krankschreibung an die Krankenkassen verfügen, können jedoch bis 31. Dezember 2021 das bisherige Verfahren mit dem "gelben Formular" (Muster 1) anwenden. Auf diese Übergangsfrist haben sich die KZBV und der GKV-Spitzenverband geeinigt.

    1. Juli 2022: elektronischer Versand an die Arbeitgeber
    Im Jahr darauf sollen auch die Daten an den Arbeitgeber digital weitergeben werden. Zuständig hierfür sind jedoch nicht die Praxen, sondern die Krankenkassen. Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte sind jedoch weiterhin verpflichtet, ihren Patientinnen und Patienten eine AU-Bescheinigung zur Weitergabe an den Arbeitgeber auf Papier auszudrucken.

    Zahnarztpraxen haben selbst dafür Sorge zu tragen, dass sie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen digital an die Krankenkassen übertragen können. Dafür benötigen sie einen eHealth-Konnektor, ein entsprechendes PVS-Modul sowie den Dienst KIM, der eine sichere Übermittlung sicherstellt. Um KIM wiederum nutzen zu können, benötigen die Praxen einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Der Grund: Der Gesetzgeber sieht vor, dass der Zugriff auf medizinische Daten, die über die TI und die elektronische Gesundheitskarte übermittelt werden, nur in Verbindung mit einem eHBA erfolgen darf, der über eine Möglichkeit zur sicheren Authentifizierung und über eine qualifizierte elektronische Signatur verfügt. Rheinland-pfälzische Zahnärztinnen und Zahnärzte bestellen den eHBA bei der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz.

    Für die Umsetzung der eAU in der Praxis und der damit verbundenen ICD-10-Diagnosekodierung finden Sie nähere Informationen auf dieser Seite.

    Elektronische Patientenakte (ePA)

    Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten seit dem 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten. Mit der ePA sollen Diagnose- und Behandlungsdaten fach- und sektorenübergreifend zwischen Behandlern einfach, schnell und sicher ausgetauscht werden. Ziel ist es, dass Ärzte ihre Patienten gezielter behandeln können und Doppeluntersuchungen durch den Einblick in die Krankheitsvorgeschichte vermieden werden.

    Voraussetzung dafür ist, dass der Patient die ePA wünscht. Die Nutzung der Akte ist freiwillig und kann jederzeit beendet, pausiert und wieder aufgenommen werden. Der Patient soll die Kontrolle darüber behalten, ob und welche Dokumente er durch den Behandler hochladen möchte und wem er für wie lange die Berechtigung erteilt, um auf die ePA zuzugreifen. Zugriffsrechte soll er jederzeit widerrufen können. Entscheidet der Patient, dass ein Dokument nicht mehr relevant ist oder für andere zur Verfügung stehen soll, kann er es von seinem Arzt vollständig löschen lassen.

    Denkbar sind folgende Informationen, die in der ePA gespeichert werden können:

    • Befunde (unter anderem Allergologie- und Laborbefunde)
    • Diagnosen
    • Fotodokumentationen
    • Pflegedokumentationen
    • Schwangerschafts- und Geburtsdokumentationen
    • Therapiedokumentationen

    ePA: Für Patienten freiwillig, für (Zahn-)Ärzte nicht
    Krankenhäuser sowie niedergelassene Ärzte und Zahnärzte müssen ihre gesetzlich versicherten Patienten künftig nicht nur darüber informieren, dass sie Anspruch auf Übermittlung von Behandlungsinformationen in die ePA haben, sondern auf Wunsch der Patienten die entsprechenden Dokumente auch in der Akte speichern. Ab dem 1. Juli 2021 müssen Kliniken und Praxen die notwendige technische Ausstattung wie einen E-Health-Konnektor und elektronischen Heilberufsausweis vorhalten, um Daten in die ePA übertragen und auslesen zu können. Andernfalls droht gemäß gesetzlicher Vorgabe ein Honorarabzug von einem Prozent. Für das erste Befüllen und für die Pflege der Daten erhalten Ärzte und Zahnärzte eine Vergütung.

    Hersteller und Betreiber müssen für ihre elektronische Patientenakte eine Zulassung bei der gematik beantragen. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens werden spezielle Testverfahren durchlaufen, in denen die Funktionsweise und die Sicherheit durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geprüft wird. Die Sicherheit für den Nutzer soll unter anderem durch eine "Ende-zu-Ende"-Verschlüsselung beim Zugriff auf die Daten sichergestellt werden. Über die Einführung und Einzelheiten der ePA halten wir Sie auf dem Laufenden.

    Um Zahnarztpraxen über die ePA zu informieren, hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung einen Infoflyer erstellt. Er beschreibt Funktionen und Möglichkeiten der ePA, die Nutzung in der Zahnarztpraxis und gibt Antworten auf wichtige Fragen, etwa zum Thema Datenschutz in Verbindung mit der ePA. Ein umfassender Leitfaden informiert darüber, wie Zahnarztpraxen die ePA nutzbringend in die Anamnese und Behandlung der Patienten einbinden können. Außerdem erhalten sie grundsätzliche Informationen über die ePA und werden mit potentiellen Fragestellungen vertraut gemacht, die sich möglicherweise mit Einführung der ePA ergeben.

    Elektronisches Rezept (eRezept)

    Das eRezept dient künftig als elektronischer Ersatz für das Papier-Rezept. Es wird vom Arzt wie gewohnt im Praxisverwaltungssystem ausgestellt und am Computer digital mit dem elektronischen Heilberufsausweis unterschrieben. Erstellt wird die Verordnung in Form eines QR-Codes.

    Der QR-Code kann anschließend ausgedruckt oder digital an die eRezept-App des Patienten übermittelt werden. Diese Entscheidung liegt beim Patienten selbst, der sein Rezept in jeder Apotheke, sowohl online als auch vor Ort, einlösen kann. Das eRezept soll ab dem 01.10.2021 eingeführt werden und ab dem 01.01.2022 bundesweit verpflichtend sein. Ab diesem Zeitpunkt müssen Vertragszahnärztinnen und Vertragsärzte verschreibungspflichtige Arzneimittel elektronisch verordnen.

    Ein Leitfaden informiert detailliert über Grundlagen, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen und nennt zugleich konkrete Anwendungsszenarien des eRezepts in der vertragszahnärztlichen Versorgung.

    Sie haben Fragen?

    Hotline für die
    eGK und TI-Anbindung

    Tel.: 06131 8927-333
    egk (at) kzvrlp.de

    Online-Abrechnung

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