eGK und Telematikinfrastruktur

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    Die eGK geht online

    Anschluss der Praxis an die Telematikinfrastruktur

    Zahnärzte und Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker sowie andere Akteure des Gesundheitswesens sollen künftig schneller und einfacher miteinander kommunizieren und medizinische Daten austauschen können. Das dafür notwendige digitale Kommunikationsnetz ist die Telematikinfrastruktur (TI) mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) als zentralem Baustein. Seit 2017 werden die medizinischen Einrichtungen schrittweise an die TI angebunden. Lesen Sie hier, was das für Sie und Ihre Praxis bedeutet.

    Technische Ausstattung der Praxis

    Mit der eGK sind alle gesetzlich Versicherten ausgestattet, bereits seit dem 1. Januar 2015 gilt die Karte als einzig gültiger Versicherungsnachweis der gesetzlichen Krankenkassen. Doch erst, wenn die TI aufgebaut ist, sind auch die Online-Funktionen der eGK nutzbar. Als erste Anwendung hat der Gesetzgeber das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) vorgeschrieben. Das ist die Prüfung und Aktualisierung der Versichertendaten wie Name, Adresse und Versichertenstatus auf der eGK. Die elektronische Speicherung von Notfalldaten und des Medikationsplans auf der eGK werden folgen.

    Grundvoraussetzung für den Zugang zur TI ist ein Internetzugang. Ein gängiger DSL-Anschluss reicht aus. Zudem benötigt die Praxis neue Geräte wie den Konnektor und das E-Health-Kartenterminal. An alle Komponenten werden höchste Anforderungen an Funktionalität, Stabilität, Geschwindigkeit und Sicherheit gestellt. Daher kommen nur solche Geräte zum Einsatz, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und von der TI-Betreibergesellschaft gematik zugelassen sind. Eine Übersicht aller zugelassenen Hersteller und Produkte gibt es auf der Seite der gematik.

     

    Konnektor

    Der Konnektor ist eine Art DSL-Router, der jedoch auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau arbeitet. Er stellt ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet ermöglicht. Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem (PVS) per Netzwerk verbunden.

    Die KZV Rheinland-Pfalz empfiehlt grundsätzlich die Auswahl eines Gesamtdienstleisters, der die Lieferung und die Installation aller technischen Komponenten sowie den Service bei Updates und Problemen aus einer Hand anbietet. Hiervon ausgenommen ist die Bestellung des Praxisausweises (SMC-B), der über die KZV Rheinland-Pfalz bestellt wird. Zahnärzte sollten sich vor einer Bestellung am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller bzw. Systembetreuer wenden, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

    Upgrade zum E-Health-Konnektor
    Künftig benötigen die Praxen einen E-Health-Konnektor, um die neuen Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) wie zum Beispiel das Notfalldatenmanagement (NFDM) und den elektronischen Medikationsplan (eMP) nutzen zu können. Damit die neuen TI-Anwendungen nutzbar sind, ist ein Software-Upgrade des Konnektors zum E-Health-Konnektor und ein elektronischer Heilberufsausweis erforderlich.

    Bevor der E-Health-Konnektor flächendeckend zur Verfügung stehen kann, wird derzeit in einem standardisierten Feldtest untersucht, ob das Gerät und die dazugehörigen Prozesse störungsfrei im Praxisalltag funktionieren. Um die bundesweite Produktivzulassung zu erhalten, müssen die Hersteller nachweisen, dass ihr Konnektor funktional, interoperabel und sicher ist. Nachdem alle Zulassungsprozesse durchlaufen sind, erfolgt die Bereitstellung des E-Health-Upgrades auf den Konnektoren in den Praxen und muss dann dort nur noch zu einer für den Praxisbetrieb passenden Zeit aktiviert werden. Die TI-Dienstleister als Vertragspartner der Praxen informieren über die dazu notwendigen Schritte.

    Die Praxen haben einen Anspruch auf Erstattung der Pauschalen für die Nutzung der neuen Anwendungen, sobald das E-Health-Upgrade für den Konnektor eingespielt ist und die Anwendungen im Wirkbetrieb vorgehalten werden.

    E-Health-Kartenterminal

    Mit E-Health-Kartenterminals werden nicht nur eGK eingelesen, sondern auch die elektronischen Praxisausweise (SMC-B) zur Anmeldung der Praxis an die TI. Die Terminals werden über das Praxisnetzwerk angebunden und sind nur in Verbindung mit dem Konnektor funktionsfähig. Neben stationären gibt es auch mobile Kartenterminals, die bei Heim- oder Hausbesuchen abrechnungsrelevante Versichertenstammdaten lesen und zwischenspeichern können. Mobile Terminals arbeiten ausschließlich im Offline-Betrieb: Eine Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist damit nicht möglich.

    Praxisausweis (SMC-B)

    Den elektronischen Praxisausweis SMC-B benötigen Praxen, um sich gegenüber der TI auszuweisen und Zugriff auf die eGK der Patienten zu erhalten. Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in ein E-Health-Kartenterminal gesteckt und über eine PIN aktiviert. Es wird daher je Standort eine SMC-B benötigt.

    Damit sichergestellt ist, dass nur berechtigte Nutzer den Zugang zur TI erhalten, gelten für die Ausgabe der Praxisausweise besondere Sicherheitsanforderungen. Die SMC-B wird über die für die Praxis zuständige KZV bei einem dafür von der KZBV zugelassenen Anbieter online beantragt. Sie kann also nicht zusammen mit den übrigen Komponenten bei dem ausgewählten Gesamtdienstleister bestellt werden. Die KZV stellt in einem geschützten Bereich ihres Internetportals entsprechende Informationen und Links zur Verfügung, wann der geeignete Zeitpunkt für die Beantragung der SMC-B ist und wie die Beantragung im Detail abläuft. Nachdem der Antrag gestellt wurde, bestätigt die KZV gegenüber dem Kartenhersteller, dass der jeweilige Antragsteller ein von ihr zugelassener Vertragszahnarzt ist und damit das Attribut „Zahnarztpraxis“ in die SMC-B aufgenommen werden darf. Der Antragsteller erhält danach per Einschreiben den Praxisausweis sowie in separater Post eine dazugehörige PIN samt PUK. Nach Erhalt muss er den Praxisausweis bei seinem ausgewählten Kartenhersteller freischalten. Der Praxisausweis und der PIN/PUK-Brief sollte unbedingt an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, da die PIN sowohl für die Installation als auch für den laufenden Betrieb der TI erforderlich sind. Über den genauen Ablauf informiert der jeweilige Kartenhersteller.

    Mitglieder der KZV Rheinland-Pfalz nutzen zur Beantragung der Praxisausweise bitte das geschützte Online-Abrechnungsportal. Für den Zugang wird der KZV-Abrechnungsstick oder eine ZOD-Karte benötigt.

    VPN-Zugangsdienst

    Benötigt wird ferner ein VPN-Zugangsdienst – ähnlich einem Internetprovider, der den Zugang zum Internet bereitstellt. Auch diese Dienste müssen sich von der gematik zertifizieren lassen und
    werden dann in deren Zulassungsliste aufgeführt.

    Anpassung des Praxisverwaltungssystems (PVS)

    Auch das PVS muss aktualisiert werden, um den Konnektor ansprechen und die Versichertendaten der eGK einlesen zu können. Dieses Update ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren
    Schritte der TI-Anbindung.

    Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

    Zahnartpraxen benötigen einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA), um die zukünftigen Anwendungen der Telematikinfrastruktur - das Notfalldatenmanagement (ab 2020), den elektronischen Medikationsplan (ab 2020), das elektronische Rezept (ab 2021), die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (ab 2021) und die elektronische Patientenakte (ab 2022) - nutzen zu können. Der Grund: Der Gesetzgeber sieht vor, dass der Zugriff auf medizinische Daten der elektronischen Gesundheitskarte nur in Verbindung mit einem eHBA erfolgen darf, der über eine Möglichkeit zur sicheren Authentifizierung und über eine qualifizierte elektronische Signatur verfügt. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist ab 01.01.2021 verpflichtend. Spätestens dann sollte jede Praxis einen eHBA besitzen. Kann eine Zahnarztpraxis bis zum 30.06.2021 nicht nachweisen, dass sie die erforderlichen Komponenten für den Zugriff auf die Telematikinfrastruktur hat – dazu zählt nun der eHBA –, wird ihre vertragszahnärztliche Vergütung um ein Prozent gekürzt.

    Beantragung über die LZK Rheinland-Pfalz
    Die Heilberufsausweise werden von den Landeszahnärztekammern ausgegeben. In Rheinland-Pfalz können die personenbezogenen Ausweise der zweiten Generation (G2) in Kürze beantragt werden. Hierfür wird die LZK auf www.lzk.de ein Online-Formular zur Verfügung stellen. Das Formular fragt persönliche Daten ab, um den Antragsteller als Mitglied der LZK Rheinland-Pfalz und somit als antragsberechtigt zu identifizieren. Dort entscheidet sich der Antragsteller auch für einen Ausweishersteller. Mit D-Trust und T-Systems gibt es derzeit zwei qualifizierte und zugelassene Anbieter. medisign ebenso wie die Firma SHC befinden sich noch im Zulassungsverfahren für den G2-Ausweis. Am Ende dieses Vorgangs erhält der Antragsteller per E-Mail einen Link, über den er einen von der LZK vorbefüllten Antrag beim Anbieter aufruft. Der eHBA ist bundesweit gültig und behält bei einem Wechsel in ein anderes Bundesland seine Gültigkeit. Er hat in der Regel eine Laufzeit von fünf Jahren. Weitere Informationen finden sich im Zahnärzteblatt 2/2020 der LZK Rheinland-Pfalz.

    Kostenerstattung über die KZV Rheinland-Pfalz
    Gemäß Grundsatzfinanzierungsvereinbarung (Anlage 11 und 11a BMV-Z) fallen bei der Anschaffung eines eHBA Betriebskosten an, die über die zuständige KZV einmalig für den Zeitraum von fünf Jahren mit einer Summe in Höhe von 233 Euro anteilig erstattet werden. Voraussetzung ist, dass der Zahnarzt bei der Beantragung des Ausweises einer Datenweitergabe an die KZV zustimmt. Eine gesonderte Bestätigung der Beschaffung des eHBA ist deshalb für die KZV Rheinland-Pfalz nicht erforderlich. Die Auszahlung erfolgt über die Quartalsabrechnung durch die KZV Rheinland-Pfalz auf das Konto der Praxis, in der der Zahnarzt tätig ist.

    Finanzierung und Kostenerstattung

    Zahnärzte müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Kosten für die Ausstattung und den laufenden Betrieb übernehmen die Krankenkassen auf Grundlage einer Grundsatzfinanzierungsvereinbarung und Pauschalenvereinbarung, die die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband als Anlagen 11 und 11a zum Bundesmantelvertrag geschlossen haben. Die Refinanzierung erfolgt in Form von Pauschalen. Diese Pauschalen sollen die Kosten des günstigsten Standard-Erstausstattungspaketes sowie eines Standard-Betriebspaketes vollständig decken.

    Grundsätzlich hängt die Kostenerstattung von der Größe, der Anzahl der Praxisstandorte und der IT-Struktur der Praxis ab. Dabei ist klar: Jeder Praxisstandort, das heißt jede Betriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte, braucht eine Standardausstattung mit einem Konnektor und einem stationären Kartenterminal.

    Als Service für Mitglieder hat die KZV Rheinland-Pfalz eine Informationsseite zum individuellen Refinanzierungsanspruch eingerichtet. Sie erreichen diese Seite, indem sie sich mit ihrem KZV-Abrechnungsstick im geschützten Online-Portal für die Abrechnung anmelden. Abhängig von der bei der KZV Rheinland-Pfalz hinterlegten Praxiskonstellation und dem gewählten Stichtag für die TI-Anbindung werden dort die speziell für die Praxis zu erwartenden Pauschalen angezeigt. Nach Installation der Komponenten und erster erfolgreicher Online-Prüfung einer eGK bestätigt der Praxisinhaber die Telematikanbindung seiner Zahnarztpraxis ebenfalls dort online, damit die Auszahlung der Pauschalen durch die KZV Rheinland-Pfalz erfolgen kann.

    Erstattungspauschalen für E-Health-Konnektor und neue TI-Anwendungen
    Laut Grundsatzfinanzierungsvereinbarung haben Praxen einen Anspruch auf Erstattung der Pauschalen für die Nutzung der neuen Anwendungen, sobald das E-Health-Upgrade für den Konnektor eingespielt ist und die Anwendungen im Wirkbetrieb vorgehalten werden.

    Die Pauschalenvereinbarung sieht für das Konnektor-Upgrade eine Pauschale von 530 Euro vor, falls für den Konnektor die bis Ende des vierten Quartals 2019 jeweils geltenden Pauschalen gewährt wurden. In der ab dem ersten Quartal 2020 geltenden Konnektorpauschale von derzeit 1.544 Euro ist das Upgrade zum E-Health-Konnektor bereits enthalten und es besteht deshalb kein Anspruch auf die Pauschale von 530 Euro.

    Unabhängig davon erhält jede Praxis ab dem Nachweis des Vorhaltens der Komponenten für das Notfalldatenmanagement und den elektronischen Medikationsplan eine zusätzliche Betriebskostenpauschale in Höhe von 1,50 Euro monatlich.

    Beide Beträge kommen im Rahmen der Quartalsabrechnung durch die KZV Rheinland-Pfalz zur Auszahlung, sobald im Online-Portal der KZV Rheinland-Pfalz zur Einreichung der Abrechnung unter Praxisausweis > Refinanzierung > Weitere Refinanzierungen über ein Online-Formular die Aktivierung des E-Health-Upgrades bestätigt wurde.

    Eine Übersicht der derzeit gültigen Pauschalen bieten wir Ihnen nachfolgend zum Download an.

    Frist für den TI-Zugang

    Laut Gesetz mussten die Praxen alle TI-Komponenten (Konnektor, E-Health-Kartenterminal, VPN-Zugangsdienst) bis zum 31. März 2019 bestellt haben. Diese Bestellung musste bei der jeweiligen Kassenzahnärztlichen Vereinigung nachgewiesen werden.

    Die KZV Rheinland-Pfalz hatte dafür im geschützten Internetportal zur Übermittlung der Abrechnung ein Online-Formular unter dem Menüpunkt „Praxisausweis / Bestellnachweis“ eingerichtet. Neben dem Datum der Bestellung musste die beauftragte Firma angeben werden.

    Bis zum 30. Juni 2019 blieb Vertragszahnärztinnen und -zahnärzten dann Zeit, ihre Praxis an die TI anzubinden und die Inbetriebnahme gegenüber der KZV Rheinland-Pfalz zu bestätigen (ebenfalls im geschützten Internetportal) und dadurch die gesetzlich vorgesehenen Honorarkürzungen in Höhe von einem Prozent (siehe § 291 Abs. 2b SGB V) zu vermeiden.

    Alle Praxen, die bis zum 31. März 2019 die TI bereits in Betrieb genommen und dies mittels des Online-Formulars an die KZV Rheinland-Pfalz gemeldet hatten, mussten den Bestellnachweis nicht erbringen.

    Sie haben Fragen?

    Hotline für die
    eGK und TI-Anbindung

    Tel.: 06131 8927-333
    egk (at) kzvrlp.de

    Online-Abrechnung

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