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    Corona-Konjunkturpaket: Bundestag und Bundesrat beschließen Senkung der Umsatzsteuer

    Im Rahmen des Corona-Konjunkturpaketes werden die Umsatzsteuersätze befristet vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 von 19 Prozent auf 16 Prozent bzw. 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt. Ab dem 1. Januar 2021 gelten wieder die bisher aktuellen Steuersätze von 19 Prozent bzw. 7 Prozent. Was Zahnarztpraxen dazu wissen müssen.

    Zeitpunkt der reduzierten Steuersätze
    Für die Anwendung der geminderten Steuersätze ist der Zeitpunkt der Leistungserbringung/-ausführung entscheidend. Nicht ausschlaggebend ist der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder der Auftragserteilung oder das Rechnungsdatum.

    Keine Umsatzsteuer auf Heilbehandlungen
    Die in Zahnarztpraxen erbrachten medizinischen Heilbehandlungen sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit, wenn sie dazu dienen, die Gesundheit des Patienten zu erhalten oder wiederherzustellen (§ 4 Nr. 14 UStG). Das heißt, auf die umsatzsteuerfreien Heilbehandlungen hat die Senkung der Umsatzsteuer keine Auswirkung.

    Umsatzsteuerpflichtige Leistungen
    Im Umkehrschluss sind alle Leistungen, die nicht der medizinischen Heilbehandlung dienen, umsatzsteuerpflichtig, zum Beispiel der Verkauf von Zahnpflegeprodukten sowie kosmetische Leistungen wie Bleaching oder zahntechnische Leistungen. Sie sind von der Umsatzsteuersenkung betroffen. Bei der Rechnungsstellung hat die Zahnarztpraxis auf den korrekten Steuersatz zu achten (16 Prozent bei kosmetischen Leistungen und beim Verkauf von Prophylaxeartikeln, 5 Prozent bei zahntechnische Leistungen).

    Zahnarztpraxis mit Eigenlabor
    Die Lieferung oder Wiederherstellung von Zahnprothesen, anderer Zahnprothetik sowie kieferorthopädischen Apparaten sind umsatzsteuerpflichtig, wenn sie im Eigenlabor des Zahnarztes gefertigt sind. Dabei ist es unerheblich, ob die Arbeiten vom Zahnarzt selbst oder von Mitarbeitern durchgeführt werden.

    Ausnahme: Kieferorthopädische Apparate aus dem Eigenlabor unterliegen nicht der Umsatzsteuer, wenn hierbei die kieferorthopädische Heilbehandlung im Vordergrund steht. Dies ist zum Beispiel bei der Fertigung und Lieferung von Zahnspangen zur Korrektur von Kieferfehlstellungen der Fall. Sie gelten als zwingend erforderlich für die medizinische Heilbehandlung und sind deshalb umsatzsteuerbefreit.

    Für prothetische Versorgungen im Eigenlabor gilt hingegen immer ein Aufteilungsgebot: Die Fertigung/Lieferung der prothetischen Versorgung ist steuerpflichtig, das Eingliedern als zahnärztliche Heilbehandlung ist steuerfrei. Der Umsatz wird fällig mit Abschluss der Heilbehandlung. Das heißt, die Umsatzsteuer entsteht zum Zeitpunkt der Eingliederung. Wird der Zahnersatz nach dem 1. Juli 2020, eingegliedert, gilt für die Eigenlaborleistung der Steuersatz von 5 Prozent.

    Zahnarztpraxis mit Fremdlabor
    Der Zahnarzt beauftragt für die Herstellung/Lieferung einer prothetischen Versorgung ein Fremdlabor. Die Umsatzsteuer für das Fremdlabor wird ausgelöst mit der Lieferung der Versorgung vom Labor an den Zahnarzt. Auf alle Lieferungen ab dem 1. Juli 2020 werden folglich 5 Prozent Umsatzsteuer fällig. Der Zahnarzt erbringt in diesem Fall keine eigenen umsatzsteuerpflichtigen Leistungen.

    Eingangsrechnungen von Dienstleistern und Lieferanten
    Bei allen Eingangsrechnungen ist darauf zu achten, dass ab 1. Juli 2020 die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer auf 16 Prozent bzw. 5 Prozent reduziert ist. Eine fehlerhafte Rechnung sollte mit der Bitte um Korrektur an den Aussteller zurück geschickt werden. Gezahlt werden sollte erst nach Änderung der Rechnung.

    Auch Daueraufträge und Einzugsermächtigungen sollten auf umsatzsteuerpflichtige Leistungen geprüft und Beträge entsprechend angepasst werden.

    Bitte stimmen Sie sich in Detailfragen mit Ihrem Steuerberater ab.

     

    Online-Abrechnung

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