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    BZÄK widerspricht WHO-Bericht zur Verschiebung nicht dringender Behandlungen

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät in einem Bericht, auf nicht dringende Zahnarztbesuche zu verzichten. Eine Empfehlung, die die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) für Deutschland nicht teilt.

    Die von einer französischen Nachrichtenagentur verbreitete Information, die WHO empfehle, jetzt nicht dringende Zahnbehandlungen zu verschieben, um "einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzubeugen", sei nicht für alle Länder und alle Infektionslagen weltweit gemeint und basiere auf einer Übersetzungs- und Interpretationsungenauigkeit, stellt die BZÄK in einer Pressemeldung fest.

    Es sei eine globale Empfehlung, die speziell für die Situation in Deutschland interpretiert werden müsse, so die BZÄK. Die aktuelle Ausbreitungssituation von Covid-19 in Brasilien, den USA oder afrikanischen Staaten sei nicht mit Deutschland vergleichbar. In derartigen Infektionslagen rate die WHO in ihrer Originalpublikation, zahnmedizinische Vorsorgebehandlungen so lange zu verschieben, bis eine ausreichende Reduktion der Übertragungsraten stattgefunden habe - oder gemäß den offiziellen gesundheitspolitischen Empfehlungen auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene zu verfahren. Darin würden sich die Empfehlungen mit denen der BZÄK nicht unterscheiden.

    BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel: "In Deutschland haben wir die Infektionsrate aktuell immer noch niedrig, vor allem im Vergleich zu anderen Staaten. Zudem haben wir eigene offizielle nationale Empfehlungen für die Gesundheitsversorgung. Entscheidend sind jedoch auch die hiesigen strengen Hygienevorschriften und die moderne Praxisausstattung: die deutsche Zahnmedizin ist im Bereich Hygiene hervorragend aufgestellt."

    Das zahnärztliche Behandlungsteam unterliege in Deutschland generell besonders strengen Hygienevorschriften, die zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen beitrage. Die Vorschriften beträfen jede Praxis, jeden Zahnarzt, jeden Mitarbeiter gleichermaßen. Die Vorgaben für Zahnarztpraxen seien im Hygieneplan und Hygieneleitfaden sowie den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ festgehalten. Das trage zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen bei, erklärt die BZÄK.

    Erkenntnisse aus Wuhan (China), Italien, Südkorea, aber auch bisher vorliegende Berichte aus Deutschland zeigten derzeit, dass die Zahnmedizin weder Infektionen weiterverbreitet, noch ein erhöhtes Risiko für Infektionen für Patienten, Behandler und Team bestehe, wenn diese ihre persönliche Standard-Schutzausrüstung wie gewohnt korrekt nutzen. Die generell strengeren Hygienevorschriften in der Zahnmedizin im Vergleich zu anderen Gesundheitsberufen trügen offensichtlich sehr zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen bei.

    Engel: "Es ist schwierig für 193 unterschiedliche Staaten auf der Welt mit sehr ungleichen Gesundheits- und Politiksystemen pauschale Empfehlungen abzugeben. Ein differenziertes Vorgehen und Vorsicht hingegen sind hilfreich, ebenso wie hohe Hygienestandards."

    Quelle: Presseinformation der BZÄK vom 12.08.2020

     

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